Freitag, 23. Oktober 2015

Herbst/Winter und die Gemütslage...

Tja, viele Menschen da draußen kennen das ja sicher...
Kaum verschwindet die liebe Sonne vom Himmel werden auch die Gedanken und die Stimmung trüber. Einige können in diesen Zeiten vllt. ein wenig besser verstehen, wie es Menschen mit Depressionen geht.
Nein es ist nicht vergleichbar, dass möchte ich damit ganz sicher nicht sagen. Aber eine kleine Ahnung gibt es Menschen die sonst keine Ahnung davon haben.
In meinem Umfeld ist es leider weiterhin so, dass ich einfach schlicht und ergreifend alleine damit bin. Der ein oder andere erzählt was von "Klar, kannst immer mit mir reden..." entweder sind diese Menschen dann nicht da, wenn man sie braucht... oder der Klassiker, "Ach, ja so ähnlich ging es mir auch schon... blablabla". Die Hoffnung, dass es doch iwo jemanden gibt der einfach da ist und sich nicht immer nur selbst in den Vordergrund drängen muss, hält mich wohl auf dieser Welt. Der Glaube an "Das Gute im Menschen" den will und kann ich einfach nicht aufgeben. Ich bin nach wie vor jemand der immer da ist für andere. Der oft alles stehen und liegen lässt, wenn ich gebraucht werde... vllt. sollte ich diese Haltung auch endlich ändern und den Menschen mal zeigen wie sich das anfühlt immer an letzter Stelle zu stehen.

Was diese Jahreszeit mit mir macht? Hmmm... noch mehr einigeln und in grübeln versinken. Gerade diese Woche hatte ich Urlaub und bin zudem auch noch krank, was mich erst recht zum rumliegen zwingt, weil auch einfach mehr nicht drin ist. Diese Woche hat mir wieder sehr bewusst gemacht, dass vieles einfach noch auf der "zu verarbeiten" Liste steht und ich es nicht immer wieder auf die "erledigt Liste" setzen darf, weil es mir unangenehme Themen sind. Auch die Wut ist gefühlt in dieser Jahreszeit noch präsenter und schneller... möglich, dass es sich dabei aber auch um den "normalen" Verlauf handelt und das Wetterchen hier nur Zufall ist. Keine Ahnung...

Selbsthilfegruppe oder so wäre ne coole Sache, einfach mehrere Menschen die wissen wovon man spricht. Das war etwas das in der REHA so verdammt viel ausgemacht hat. Die Gespräche und auch das gemeinsam Schweigen fehlt mir sehr. Und jetzt Jährt es sich ja quasi bald, was die Sehnsucht noch schlimmer macht. Wohl einer der Nachteile, dass ich mir unbedingt eine Klinik weit weg gewünscht habe, dass es nun kaum Möglichkeiten gibt, sich mit den Menschen die man dort kennen lernte trifft. Ganz komisch wird es mir, wenn ich an Weihnachten und Silvester denke... um ehrlich zu sein bringt es mich direkt und ohne Umwege zum heulen. Mir ging es richtig gut dabei letzes Jahr diese Zeit in der Klinik zu verbringen. Auch, wenn ich dort diese Tage überwiegend allein verbracht habe... ich musste mich nicht dafür rechtfertigen und mir dumme Gespräche anhören. Dieses Jahr wird Familie an Heiligabend wohl wieder Pflicht :-( und den Rest der Zeit werde ich allein eingeigelt vor meiner Glotze verbringen und mir dann aber Gespräche anhören warum, wieso, weshalb.... und irgendwelche "BOAH, Party XYZ war so geil, warum warst Du nicht da".... ich könnt jetzt schon kotzen.
Klar wäre ich auch lieber nicht allein... aber ich will die Zeit auch nicht mit "irgendwem" verbringen...
Ja ich bin mittlerweile ne verschrobene, alte Irre... is schon ok. Ich hab einfach kein Bock mich mit Menschen zu beschäftigen, die mich nicht weiterbringen. Klingt ätzend... ja stimmt... tut es. Ist aber die Wahrheit. Ich hab einfach keine Kraft mehr mich mit Menschen zu beschäftigen, die mich am Ende nur ausnutzen. Sorry, aber banale "das Wetter ist toll", "der Kaffee is lecker" Menschen kenne ich schon genug. Brauche ich nicht noch mehr von.
Das ist ein Thema was meine Therapeutin in den Wahnsinn treibt... aber ich hab einfach kein Bock mehr auf Oberflächliche Menschen. Das ist oberflächlich von mir? Hmmm...

Ich will damit nicht sagen ich erwarte Menschen die mir nur geben und geb denen nix zurück. Darum geht es nicht. Klar bin ich für Menschen da... Das Große Ziel ist es nur für die zu sein, die es umgekehrt auch sind... Ich möchte Menschen um mich rum haben mit denen ich über meine Probleme reden kann und möchte diese nicht mehr Tot schweigen und ewig mit einer Maske rumrennen und tun als wäre alles schick. Denn das ist es verdammt noch mal nicht!

So nun hab ich mich wieder in Rage geschrieben, hab Wut im Bauch und Tränen in den Augen...
Wie oft hab ich in diesen Momenten den Gedanken alles zu beenden... oder auszuwandern und irgendwo von vorne zu beginnen... Aber EINFACH ist das leider beides nicht :-(

Montag, 24. August 2015

Mir wurde gerade etwas klar...

Der Tag heute war hart für mich nach 3 Wochen Urlaub wieder arbeiten. Nicht wegen der Arbeit die mache ich nach wie vor gerne.
Der Schlaf wollte gestern, so wie auch schon die ganze Woche vorher einfach nicht kommen. Mit nur 4 Stunden Schlaf fiel das aufstehen noch schwerer.
Dann bringt mich nichts tun schlicht und einfach um den Verstand und macht mich mürbe. Aktuell bin ich im Job darauf angewiesen,dass man mir Arbeit zuteilt. Leider kann das wenn es dumm läuft auch Stunden der Langeweile bedeuten.
In meinem Mail Postfach fand sich heute auch eine Stellenausschreibung... sie lies mich den ganzen Tag nicht los. Auch jetzt noch verfolgt mich der Gedanke daran.

Dann las ich eben einen Facebook Post einer Frau und spürte direkt wieder diese unbändige Wut in mir. Die mich erst seit der Reha begleitet. Kleinigkeiten können mich direkt auf 180 bringen so war ich früher nicht...

Aber jetzt in diesem Moment wurde mir dadurch auch etwas klar...

Ihr könnt mir alles nehmen... Ihr die Menschen um mich rum, ihr die wütenden Gedanken, ihr die Tränen... Du, du blöde Krankheit.

Aber 2 Dinge kann mir nichts und niemand jemals wegnehmen!

Meine LIEBE und meinen STOLZ.

Dieser Dinge bekommt ihr nicht NIEMALS!

Sonntag, 9. August 2015

Worte...diese kleinen fiesen Dämonen!

Worte... ja das können richtig fiese Dämonen sein! Ich glaube jeder von uns kennt es. 





Worte können einen unwahrscheinlich verletzten. Das schlimme daran, ist aber eigentlich, dass es nicht unbedingt die gesagten oder geschriebenen Worte sind. Sondern, dass was unsere verdammte Interpretation daraus macht.
Oft sagt oder schreibt unser Gegenüber ganz arglos etwas und es versetzt uns direkt einen Stich mitten ins Herz. Unser Gegenüber merkt davon gar nichts, es sei denn der Mensch auf der anderen Seite kennt uns inzwischen verdammt gut und kann ein wenig in unsere Gedanken schauen und merkt was er ausgelöst hat. Doch auch dann ist es oft zu spät, man kann keinen Schmerz rückgängig machen. Man kann ihn nur mit ganz viel Glück vielleicht noch etwas lindern. Aber die Narbe, welche einmal da ist, bleibt. Narben verschwinden nicht, niemals!

Schon oft ist mir das selbst passiert, dass ich etwas gesagt oder geschrieben hab, was ich gar nicht böse oder negativ gemeint habe. Beim geschriebenen Wort fällt mir das manchmal auf, wenn ich es erneut lese. Aber in Zeiten der Messenger ist es dann leider auch meist schon zu spät, weil der "senden" Button schon längst gedrückt wurde.

In der Zeit meiner Depression fällt mir das noch mehr auf als vorher schon. Ich reagiere sehr schnell verletzt und kann doch nichts dagegen tun. Immer schon konnten mich kleine "falsche" Äußerungen aus der Bahn werfen. Inzwischen in der Zeit, seit mir meine Depression bewusst ist kommt es vor, dass mich sowas so umhaut, dass ich tagelang wieder im Tränenmeer versinke und nur ganz schlecht wieder daraus hervor kriechen kann. Alles wird wie bei einer Kuh immer wieder in Gedanken durchgekaut und mir fallen immer noch schlimmere Bedeutungen dieser fiesen kleinen Dämonen ein.
Wenn ich dann irgendwann den Weg aus meinem Loch wieder gefunden habe, kommen auch oft Gedanken, dass mein Gegenüber es ja vielleicht gar nicht so gemeint hat. Aber der Mut um sowas einfach mal zu hinterfragen fehlt leider noch immer. Ein Ziel auf das es sich lohnt hinzuarbeiten... weiter, harter, steiniger Weg. Einer von vielen die noch vor mir liegen.

Also denkt immer daran, wenn Euer Gegenüber komisch auf eine Eurer Äußerungen reagiert... vielleicht war es einer der fiesen kleinen Dämonen, die einen Pfeil in sein Herz geschossen haben!

Samstag, 25. Juli 2015

Die Suche nach sich selbst...

Nach dem Zusammenbrechen aus dem letzen Beitrag hab ich das Gefühl es sind 1000 Sachen passiert...
Ich hatte einen tollen Abend mit einem Menschen, welchen ich bisher höchstens als flüchtigen Bekannten beschrieben hätte. Es gibt da draußen also noch immer Menschen, die einfach da sein und zuhören können. Das tat unheimlich gut. Stunden lang hab ich den Menschen zugequatscht als ginge es um mein Leben und ich würde ersticken, wenn ich nicht alles endlich mal erzählen könnte. Geduldig wurde zugehört und hinterfragt, aber niemals geurteilt. Danke dafür!

Ich hatte Gelegenheit mich zu verabschieden, von dem Menschen den ich bis dahin als besten Freund bezeichnet hatte. Es wird diese Freundschaft nicht mehr geben, die Basis dazu existiert nicht mehr. Das macht mich nach wie vor sehr traurig und tut weh. Aber, wenn es ihm damit besser geht, dann ist es den Schmerz wert...

Dann oh Wunder hab ich entgegen den Wünschen meines Schweinehundes und meiner Depri den Schritt unter Menschen gewagt... Ich hab eine meiner alten Leidenschaften... singen... mal wieder gefüttert, war ein interessanter Abend. Es werden wohl noch einige folgen, auch wenn ich damit nicht ganz glücklich war. In meinem Kopf passiert so viel, dass ich ihn nicht nach zwei Stunden entscheiden lassen will was gut und was schlecht ist. Also warten wir mal ab, ob es in ein paar Wochen anders ist, oder ob es mir weiterhin nicht die Freude bereitet, welche ich mir erwartet hab. 

Auch meine Krankenkasse hat sich wahnsinnig ins Zeug gelegt und einen Therapie Platz aufgetrieben... Allerdings war das erste Treffen der absolute Horror... Jemand hatte auf den AB gequatscht und den Termin abgesagt... Ich war es definitiv nicht und dachte mich trifft der Schlag... Immerhin 10-15 Minuten durfte ich dann kurz erzählen warum ich den Platz haben will. Wow, ich fing direkt beim ersten Wort schon an zu heulen und konnte gar nicht so wirklich zusammen fassen warum ich da eigentlich bin. Kam dann sowas wie ob eine Verhaltenstherapie nicht besser sei. Tja ich sehe das nicht so. Denn mein Verhalten hat ja einen Grund und ich würde lieber an den Gründen arbeiten und diese erkennen, als nur Fehler auszubügeln. 
Da die Therapeutin frühestens Ende August wieder Termine hat schlug sie mir dann vor ich solle über die Kasse mal sehen, ob sich nicht noch was anderes findet. Ansonsten könnte ich mich dann Ende August einfach noch mal melden und dann würden wir Termine vereinbaren... 

Nun bin ich wieder hin und her gerissen... Ich hatte an dem Tag nach der Aktion jemand hat den Termin abgesagt eine solche Wut in mir das ich mich auf gar nichts anderes konzentrieren konnte und alles weitere nur durch eine Nebelwand zu mir durchkam. Keine Ahnung was ich nun mache. 

Tja und dann war diese Woche auch noch einer dieser Tage im Jahr die mich immer ganz besonders aus der Bahn werfen... Meine erste große Liebe starb ja an Krebs und jetzt war dann schon der 22. Todestag.... 
Der "Beste Freund" hatte ja eigentlich versprochen an dem Tag für mich da zu sein, da er auch weiß wie das für mich ist... Naja.. ich war allein, was sonst... Obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte. Aber ich war wie so oft nicht wichtig genug.... Auch ein Grund warum dieses Thema nun in die hintere Ecke gesteckt wird. Ich hab wieder mal gemerkt wer wirklich das Wort "Freunde" verdient hat. 

So war ich also allein auf dem Friedhof... Ich muss da nicht hin um ihm nahe zu sein. In all den Jahren hat mich das Gefühl, dass er bei mir ist nie verlassen. Ich hab oft mit ihm gesprochen... ja ich hab einen knacks ich weiß. Egal, es ist wie es ist. An zwei Tagen im Jahr hab ich dennoch das Bedürfnis das Grab zu besuchen. Eben an seinem Geburtstag und an seinem Todestag. Ich hockte also über eine Stunde dort und war wirklich froh darüber das sich sonst kein Mensch auf den Friedhof verirrt hatte. Hab geredet und geheult... so als würde mir jemand gegenüber sitzen und könnte antworten oder mich in die Arme nehmen und trösten. Am liebsten wäre ich einfach da geblieben und hätte die Nacht neben seinem Grab verbracht. Diese Person die schon so lange nicht mehr da ist, ist immer noch so tief in meinem Herzen verankert, dass ich wenn ich mit ihm spreche das Gefühl habe er sei da und würde zuhören. Manchmal fällt dann ein Blatt vom Baum direkt auf mich drauf oder ein Vogel landet direkt bei mir und singt sein Lied. Das sind Momente, wo ich das Gefühl hab er will mir was sagen. Er antwortet... 
Irre, wenn das jemand zu mir zurück verfolgt kommen mich wahrscheinlich ein paar Typen abholen und stecken mich in eine Zwangsjacke... Aber so denke und fühle ich nun mal. Egal was die Welt darüber denkt und davon hält. Ich vermisse ihn sehr. Klar wir waren Kinder und wäre er nicht gestorben würden wir uns heute vielleicht gar nicht mehr kennen, oder hätten uns furchtbar zerstritten... Niemand weiß was heute wäre. 
Aber schon viele male in meinem Leben, war das Versprechen welches ich bei seiner Beerdigung an seinem Grab gemurmelt habe der Grund dafür, dass ich mir nicht das Leben genommen habe. 
Ich hab versprochen für ihn mitzuleben. Alles was ich erlebe sollte auch für ihn sein, weil er es nicht mehr kann.
An der Stelle kommt aber auch mein schlechtes Gewissen... die ganze Traurigkeit, Wut und manchmal auch vollkommene Gefühlslosigkeit... sowas sollte er nicht erleben. Ich sollte ihm so viele glückliche Momente wie möglich ermöglichen. 

Nun ja auch diese besch... Krankheit hab ich mir nicht ausgesucht. Aber ich will nach wie vor versuchen zu lernen damit umzugehen und wissen wo sie herkommt und warum.

Montag, 13. Juli 2015

Der Wunsch nach dem letzten Atemzug wird immer größer...

Wieder hab ich mich hier lange nicht blicken lassen. Ich kann mich einfach selbst nicht motivieren. Die Eingliederung in den Job und auch die Zeit seither bekomme ich ganz gut rum. Ich funktioniere, übererfülle mein Soll, so wie vorher auch. Der einzige Ort an dem man ein Lob abgrasen kann... Ein Teil meiner Persönlichkeitsstörung, wie ich in der REHA lernte. Es muss immer einen Ort geben, an dem "die Welt in Ordnung" ist, dass bewahrt mich vor dem zusammenbrechen.
Auch wenn ich das aktuell nicht ganz nachempfinden kann. Die letzten Wochen waren auch so schon verdammt hart. Migräne und Muskelkrämpfe non stopp...
Doch jetzt bricht mein letzter Halt auseinander... 

Der aufmerksame Leser, weiß das ich mich vor nun knapp zwei Jahren trennte... Weil mein Kopf der Meinung war es sei das beste für Beide. Mein Herz fand diese Entscheidung immer schon bescheuert. Mal kam ich besser damit klar, mal weniger gut. Viele der Tränen die in diesen zwei Jahren geflossen sind, flossen in Gedanken an einen besonderen Menschen. Natürlich hab ich mir eingeredet mich neu verlieben zu können, hatte ja auch zwischendurch einen Partner... Gelernt habe ich aus alledem, ein Herz lässt sich nicht verarschen.
Und nein, ich habe keine zwei Jahre gebraucht um  das zu merken. Ich hoffte einfach nur, dieser Mensch würde uns beiden die Zeit geben die wir brauchen um ein wenig stabiler zu werden. 
Er ist wie ich depressiv, allerdings ist das nicht sein einziges Problem... Das war auch der Grund für die Trennung... die Depression wurde erst danach erkannt. Da gab es ja auch meine noch nicht offiziell.... 
Wir hatten weiterhin eine besondere Beziehung zueinander, wenn auch nicht als Paar... Er hat sich ausprobiert und ich stürzte mit jeder Frau von der er erzählte in ein Tal der Tränen. Sagte mir aber auch gleichzeitig immer... "Ich hab es ja so gewollt..." 
Es war immer klar, es wird nicht gut gehen, denn in all der Zeit, war ich mir bei einem ganz sicher... Er liebt mich noch immer.

Oft sprachen wir darüber, ob es wieder ein WIR geben kann und immer war irgendwie klar... JA aber nicht jetzt. 
In den letzten Wochen waren wir uns näher als geplant und für mich war irgendwie klar, jetzt geht es bergauf, er hat begriffen was uns verbindet. 
Doch, wie war das mit Hoffnungen und Erwartungen und Träumen? Richtig ein Depressiver Mensch sollte sowas nicht haben, denn das Leben wird ihm immer ein "HAHAHAHAHAHA hast Du gedacht ich bin mit Dir schon fertig??" entgegen brüllen.

Ich wusste er nähert sich gerade wieder einer Frau an, doch es war immer ein "wir schauen mal was passiert". Nun ja, jetzt stellt er sich dem Problem, welches uns trennte, das krieg ich in einer Nachricht mitgeteilt, während ich bereits vor Sorge am sterben bin, weil ich zwei Tage nichts von Ihm hörte nach einem Abend an dem es mal wieder eines der "Ich will nicht mehr Leben" Gespräche gab. 
Nie in all dieser Zeit gab es ein solches Schweigen, ohne mich kurz über den Grund vorab zu informieren, ich war also schon am Boden. Gleichzeitig mit der Nachricht, er geht in eine Klinik weiter weg... gibt es von der Frau eine Änderung des Beziehungsstatus... Ich wusste nicht wohin mit mir und bin zitternd auf der Arbeit kurz vor einem Zusammenbruch heim geschickt worden. Eine der Beiden Nachrichten hätte ich verkraftet aber nicht beide auf einmal. Klingt bescheuert? Ja vielleicht ist es das. Vielleicht hätte ich endlich mal loslassen lernen sollen. Zeit genug hatte ich ja.
Ich bat ihn um 5 minuten um mich wenigstens verabschieden zu können. Doch diese Zeit war nicht da... Das war dann der Moment als ich endgültig zusammen gebrochen bin. 
Denn ich wußte, jetzt ist es endgültig... Jetzt haben alle die Menschen, welche der Meinung sind wir machen uns Gegenseitig kaputt Ihre Chance.... 
Auch der ein oder andere von Euch, die das hier lesen, wird genauso denken... 
Dazu kann ich nur sagen man sollte nicht beurteilen was man nicht selbst erlebt. Klar war es nicht immer einfach... Aber trotz allem gaben mir die gemeinsamen Momente Kraft zum weitermachen. Er gab mir einen Grund noch hier zu sein. Er war die Schulter an der ich mich anlehnen konnte. Der Mensch mit dem ich über alles reden konnte. Und der mich auch verstand. Keiner der nur sagte "Ich versteh Dich" JA wir haben zusammen geweint, aber wir haben auch zusammen gelacht. 
Bisher dachte ich immer es geht ihm auch so... 

Nach wieder 3 Tagen ohne ein Lebensszeichen, bin ich nun schlauer... oder auch nicht. 
Ich weiß die Umwelt hat mit aller Macht zugeschlagen... Und er kann innerhalb eines Satzes sagen, dass er mich noch immer liebt und gleichzeitig, dass es besser ist, wenn wir etwas mehr Abstand zwischen uns bringen.... 
Nein verlieren will er mich nicht, auch nicht aus seinem Leben streichen. Aber etwas gegen die Abhängigkeit tun... Quasi weniger Zeit mit mir verbringen (wir haben uns max 1x pro Woche gesehen). Erstmal zu Kräften kommen. 

Ihr werdet mir sagen ich sei ein Egoist... 

Nein, ich gebe ihn frei. Ich möchte das er glücklich ist und ich werde dem nicht im Weg stehen. Gesundheit und Glück sind die Dinge die ich ihm wünsche. 

Aber... ich werde daran zerbrechen. Nicht weil es eine neue Frau in seinem Leben gibt... sondern weil er mir jetzt noch mal ganz klar gesagt hat was er nach wie vor für mich fühlt und dennoch diese Entscheidung trifft. Niemand sollte jemals sein Herz verraten... Ich sehe was es aus mir gemacht hat. Und weil man mir damit den besten Freund wegnimmt.

Was jetzt bleibt ist mein Rückzug, damit er Raum und Zeit hat mich endgültig zu vergessen und somit der neuen Sache eine wirkliche Chance zu geben. 

Ich weiß noch nicht, wie es mit mir weitergeht. Aktuell habe ich nur einen Gedanken, nicht mehr aufwachen wollen. Und das ist mir so ernst, dass ich sogar mit meinem Chef das Thema bereits hatte. 
Dennoch habe ich bevor dieses ganze Chaos aufkam aber auch nun wieder die Suche nach einem Therapeuten in Angriff genommen. Ich weiß einfach, dass ich allein nicht weiterkomme. Diese Geschichte macht es mir nur nochmal umso bewusster. Alleine komme ich aus dieser Spirale aus Trauer und Verzweiflung nicht raus. Wo ich in nächster Zeit meine Kraft hernehme? Keine Ahnung, wahrscheinlich stürze ich mich noch weiter in den Job. Auch wenn jetzt bereits mein Körper mir alle möglichen Signale sendet. Dafür hab ich jetzt einfach keine Zeit. Ich kann keine Tränen mehr ertragen und gleichzeitig kann ich sie aber auch nicht mehr verbergen. Inzwischen hat man sich selbst auf der Arbeit daran gewöhnt und einige haben gelernt damit umzugehen. Andere ignorieren es wie immer im Leben. 

Liebe kann man nicht ignorieren und man kann sie leider auch nicht abschalten, vieles wäre einfacher. Aber man hätte auch die schönsten Momente seines Lebens verpasst, wenn man nie Liebe fühlen darf. 

In diesem Sinne, egal was kommt, denkt immer dran ein Teil meines Herzens begleitet Euch auf ewig! 





Sonntag, 5. April 2015

REHA und die Zeit danach

Viel Zeit vergangen seitdem ich den letzten Text hier hinterlassen habe…
Mir war einfach nicht nach schreiben, aber nun versuche ich mich mal an einer Zusammenfassung.

Vor REHA Antritt galt es einiges zu besorgen und zu regeln, was mir aufgrund immer wieder aufkommender Zweifel und Lethargie nicht so leicht von der Hand ging. Mein persönlicher Horror kam aber erst beim Koffer packen. Schon mein ganzes Leben eine Sache an der ich verzweifle. Nie kann ich entscheiden was ich wirklich brauche. Am liebsten würde man immer alles mitnehmen. Fünf Wochen plus evtl. eine Verlängerung und das Ganze auch noch im Winter. Am Ende nach mehrmaligem um entscheiden waren zwei Koffer und eine Reisetasche gepackt und ich fix und fertig.

Als ich dann endlich im Zug war natürlich tausend Gedanken, ob auch ja alles benötigte eingepackt ist. Aber irgendwie doch auch so etwas wie „Freude“ einen Neustart zu haben. Bei jedem umsteigen die Panik den Anschlusszug nicht rechtzeitig zu erreichen, oder in den falschen einzusteigen. Die Fahrt über Nacht natürlich ohne Schlaf, sonst könnte man ja das umsteigen verpassen. Am Zielort angelangt dann allein am Bahnhof in einer fremden Umgebung… Die Klinik anrufen und sich abholen lassen, ein Ding der Unmöglichkeit, da anrufen ja eines der „unlösbaren Probleme“ darstellt. Also nach sieben Stunden Zugfahrt am frühen Morgen zu Fuß den Weg zur Klinik gesucht.

Dort angekommen, „Oh…Ihr Zimmer ist noch nicht fertig, gleich kommt eine Schwester und kümmert sich um Sie.“. Gefolgt von ewigem Warten mitten auf dem Präsentierteller in der Eingangshallte für jeden ersichtlich „Das ist eine von den Neuen“. Panik…hoffentlich spricht mich niemand an. Zu spät… schon von einer Patientin entdeckt und der Redeschwall von dem ich nur die Hälfte wirklich mitbekomme beginnt. Nach dem ersten Schreck, dann der Gedanke „Die scheint ganz nett zu sein“. Endlich kommt nun auch eine Schwester und das Aufnahme Prozedere beginnt. Immer noch ohne Zimmer und Plan was eigentlich wo ist, muss ich dann zur Ärztin zur weiteren Untersuchung, diese wird auch gleichzeitig meine Bezugstherapeutin für die nächsten Wochen sein.
3-mal verlaufen und über den eigenen Schatten gesprungen und nach dem Weg gefragt, endlich im Untersuchungszimmer angelangt, der erst wirkliche Lichtblick! Sie scheint nett und interessiert und auch die Chemie stimmt auf Anhieb.

Endlich was zu essen, seit 24 Stunden gab es nichts mehr zu futtern. Der nächste Horror, ein voller Speisesaal. Unheimlich viele Menschen, man kennt keinen einzigen Menschen und hat auch keine Ahnung wie hier der Ablauf ist und wo man sich eigentlich hinsetzen soll. Erste Grüppchenbildung, die „Neuen“ treffen aufeinander. Wenigstens fühlt man sich nun nicht mehr ganz so allein. Nach dem Essen ist auch endlich mein Zimmer fertig. Der Einzug kann beginnen. Soweit ganz OK. Einzelzimmer, ja hier kann ich es aushalten. Koffer auspacken und endlich eine Dusche. Dann Oh Wunder, folgt endlich eine Führung durch das Haus, leider nicht vollständig, wie man in den nächsten Tagen immer wieder feststellen muss. Dann das Abendessen und danach gleich das für die nächsten Wochen gleichbleibende Ritual mit den „Neuen“ gemeinsam noch einen Kaffee trinken.

Den Rest nun nicht mehr tageweise, erstens zu viel zum schreiben und zweitens weiß ich das meiste wohl eh nicht mehr :-)

Man knüpft erstaunlich schnell Kontakte und lernt Menschen kennen zu denen man außerhalb der Käseglocke wohl nie Kontakt hätte. Einige gehen offen mit Ihren Geschichten um, andere erzählen nur das nötigste. In allen Therapie Einheiten (Ergo, Bewegung, Wassergymnastik, Gruppentherapie…) sieht man andere Gesichter und ist gezwungen Kontakt mit „Fremden“ zu haben, was mir doch ganz schön schwer fällt. Die für mich so wichtigen Einzelgespräche mit dem Bezugstherapeuten kommen mit 2x pro Woche 30 Minuten relativ kurz. Oft wird in Grüppchen beim Rauchen oder Kaffee trinken die Frage aufgeworfen, ob das überhaupt was bringt. Einige fühlen sich fehl am Platz, manche haben auch keinen Draht zum Ihrem Therapeuten. Ich sehe in diesen Wochen viele Gesichter kommen und gehen. Manch einer bricht auch frühzeitig ab, weil er keinen Sinn darin sieht. Auch mir stellt sich diese Frage das ein oder andere Mal. Dennoch habe ich entschieden zu bleiben und für mich mitzunehmen was geht und versucht so viel wie möglich über mich selbst zu lernen. Dabei war vieles wie im richtigen Leben außerhalb dieser Käseglocke, nur eben komprimiert. Man lernt Menschen schneller kennen und oft wird aus anfänglichem sich gut verstehen ein „Boah, nee die Person geht gar nicht.“ Bei einigen Abreisenden brach eine Welt zusammen und man hat geheult. Bei anderen ging die Abreise vorüber, ohne dass man es merkte. Weihnachten und Silvester gingen als Nebensächlichkeiten an mir vorbei. Tage an denen ich mich sehr zurückgezogen habe und meine Ruhe haben wollte. Es waren Tage an denen viele Tränen geflossen sind und die Erinnerungen über einen hereinbrachen.

Während der REHA gingen meine Leberwerte extrem durch die Decke auch eine Umstellung der Tabletten brachte keinen Erfolg. Man sagte mir dann man müsste die Tabletten absetzen und ich könnte „Tavor“ als Notfallmedikament bekommen… Gleichzeitig kamen die Warnungen was das Zeug für Nebenwirkungen hat und ich dachte mir nur „NEIN, sooo schlecht kann es mir nicht gehen.“ Lieber verzog ich mich in mein Loch und heulte, als dass ich dieses Zeug genommen hätte.

Die Tage vor der Abreise waren recht chaotisch zum einen wieder packen und dann hieß es zuerst man würde mich Arbeitsfähig entlassen, dann zwei Tage vor der Abreise, man hätte sich nochmal zusammengesetzt und beschlossen es doch nicht zu machen ich sollte mal noch 6-12 Wochen zu Hause bleiben. Ich sei noch nicht stabil genug. Am Tag der Abreise dann ein lachendes und ein weinendes Auge, zum einen klar ist man immer froh, wieder nach Hause zu kommen, auf der anderen Seite ließ man jetzt doch auch Menschen zurück die einem echt ans Herz gewachsen sind.

Wieder zurück, war ich eigentlich genauso weit wie vor der REHA. Die gleichen Tagesabläufe und Gedanken Karusselle. Übrig geblieben sind wenige Menschen zu denen man hin und wieder Kontakt hat, realistisch gesehen wird auch das wohl irgendwann vorbei sein. „Aus den Augen aus dem Sinn.“ Einige Sachen hat man sich gemerkt und versucht sie anzuwenden. Manches funktioniert auch ganz gut. Andere Dinge verdrängt man doch immer wieder, obwohl man eigentlich weiß, dass es einem helfen würde. Ich geb nicht auf und versuche weiter den verdammten Berg hoch zukommen auch, wenn ich immer wieder runterrutsche.

Endlich hab ich inzwischen nach einem CT und einem Orthopäden Termin auch den Grund für meine Rückenschmerzen, die jeder immer nur mit „Ach, da ist nix“ abgetan hat. Kurz vor einem Bandscheibenvorfall… also immer schön vorsichtig.

Psychologisch besteht aktuell keine Betreuung. Die Therapeutin, welche ich ja vor der REHA hatte, hat die Zeit in der ich weg war leider nicht genutzt um einen Antrag bei der Kasse zu stellen und auch kein einziges Mal nach mir gefragt (bei meinen Mitpatienten in der REHA meldeten sich die jeweiligen Therapeuten mindestens einmal pro Woche). Auch habe ich durch die Erfahrung mit der Therapeutin in der REHA feststellen müssen, dass passende Chemie wichtig ist und hier auch nicht bestand. Also muss die Suche nach einem Platz von vorne beginnen, das habe ich bisher allerdings nicht geschafft… einfach keinen Nerv mich wieder in die endlosen Warteschleifen zu hängen und Anrufbeantwortern zuzuhören.

Inzwischen hat das Arbeitsleben auf meinen eigenen Wunsch hin auch wieder begonnen. In der Hoffnung dadurch wieder eine gewisse Stabilität und Regelmäßigkeit in meinen Alltag zu bringen. Die Tage vorher waren ein ganz schönes durcheinander. Angst und Freude hielten sich die Waage. Schon komisch nach fast einem Jahr zurück an den alten Arbeitsplatz zu gehen. Viele aus der REHA haben den Job gewechselt, oder sind noch nicht soweit. Ich hoffe mich wieder einleben zu können und mich nicht fremd zu fühlen und irgendwann festzustellen, dass es nicht mehr geht. 

Die nächsten Wochen werden es zeigen…


Samstag, 22. November 2014

Endlich geht es los...

Nun ist es also soweit, nächste Woche beginnt die große Reise.
Mehr als 10 Stunden Zugfahrt (danke Deutsche Bahn) und dann der Start in ein hoffentlich besseres Leben.
Ich bin aufgeregt und habe das Gefühl noch viel zu viel ist zu erledigen um alles zu schaffen und dennoch reißt mich die Lustlosigkeit kaum aus meinem derzeitigen Alltag und die "Na, dann mach ich es halt morgen" Lethargie ist  noch da. Hoffe dennoch alles funktioniert und ich kann ohne schlechtes Gewissen starten.
Inzwischen weiß ja auch meine Familie in groben Zügen Bescheid, auch wenn die nicht wirklich was damit anfangen können und die üblichen "stell Dich nicht so an" und "anderen geht es doch viel schlechter als Dir" leider nicht ausbleiben. Muss wohl leider bestätigen, dass Menschen die selbst noch nicht betroffen waren, nie begreifen werden was in einem vorgeht. Aber wie gesagt ich kenne das ganze ja auch aus der Perspektive "Angehöriger" und somit kann ich das auch in gewisser Weise  nachvollziehen, denn damals hab ich auch viele Fehler gemacht und vielleicht einiges schlimmer mit den Sprüchen, die mich nun auch so verletzen.

Koffer packen ist eine der Sachen die noch gemacht werden müssen, wie ich das hasse. Es wird so sein wie bisher immer... Totale Panik was alles mit muss und am Ende merken, es war viel zu viel und die Hälfte hätte locker ausgereicht. Hihi, ja und die wichtigen Sachen, dann wahrscheinlich doch vergessen. Am liebsten würde ich jemand sagen, komm her und pack mal für mich. Aber ich muss da alleine durch. Ist ja auch ein gewisser Anfang ins neue Leben. Zwei Koffer, hab ich geplant. Sind ja schließlich mindestens 5 Wochen... Aber was nimmt man wirklich mit? Ich war noch nie in einer REHA und hab null Ahnung was man da wirklich braucht. 5 Wochen... somit bin ich auch über Weihnachten und Neujahr nicht zu Hause. Finde ich nicht wirklich schlimm, da ich diese "Friede, Freude, Eierkuchen" Sachen eh nicht mag. Aber komisch ist es trotzdem irgendwie.
Könnte wohl auch auf eigene Kosten über Weihnachten nach Hause, aber das tu ich mir nicht an. Die meiste Zeit würde ich dann eh in der Bahn verbringen...

Ja, was soll ich sagen... Falls wir uns nicht mehr lesen, wünsche ich Euch allen ein Frohes Fest und einen guten Rutsch in eine hoffentlich bessere Zukunft!

Freitag, 7. November 2014

Herbstgedanken...

Ich weiß, ich schwächele in letzter Zeit sehr mit dem Schreiben...

Zum einen gibt es einige Sachen die vorbereitet und geregelt sein wollen für die anstehende Reha, zum anderen, leider hat es mich im Moment wieder arg erwischt und ich hänge in den Seilen.

Keine Erkältung, sondern wohl einfach das deprimierende Wetter, dass mich doch arg mit runterzieht.
Kaum eine Aktivität kann mich aus der Lethargie reißen.
Mein Training hab ich den letzen zwei Wochen auch sehr vernachlässigt, aber ich krieg die Kurve einfach nicht.
Wieder hänge ich meinem Loch und meinen Gedanken nach.
Inzwischen hab ich ein gutes Gespräch mit meinem Bruder gehabt, der nun auch so in etwa weiß was mit mir los ist und wo mein "Problem" liegt. Das tat echt richtig gut.
Dennoch konnte auch dies mich nicht befreien.
Wieder hab ich die "Couch Phase" meine Tage und Nächte verbringe ich dort, ohne doch was von der Welt mitzubekommen.
Die letzen Sachen des "Rettungsankers" sind auch endlich weg, doch auch das konnte mich nicht so wirklich bewegen mir mein "Nest" endlich nach den eigenen Vorstellungen einzurichten.

Viele Berichte habe ich über meine Klinik gelesen, gute und leider auch schlechte, welche dann meinen Grübelzwang wieder zum Vorschein bringen.
Ich wollte ich wäre schon dort und könnte mir mein eigenes Bild machen, damit die schlechten Gedanken endlich aufhören.

Grübeln... ja auch während ich jetzt hier schreibe, hab ich mehrmals aufgehört und hing meinen Gedanken nach. Als würde ich mich im Kreis drehen. Denn kein Gedanke bleibt lange genug um ihn zu beenden. Ich steh auf, gehe in einen anderen Raum, weil ich dort was machen wollte und wenn ich ihn erreicht habe, weiß ich nicht mehr was ich dort eigentlich wollte. Solche Tage bringen mich an den Rand der Verzweiflung, da komm ich mir vor als wäre ich Uralt und könnte mir einfach nichts mehr merken. Mehrfach hab ich mir zum Beispiel Kaffee gemacht und ihn dann einfach vergessen...

Ein Buch zu lesen ist nahezu unmöglich, denn wenn ich die zweite Seite beginne, weiß ich schon nicht mehr was eigentlich auf der ersten stand.

Die Nächte kann ich selten eine Stunde am Stück schlafen und am Tag bin ich zum umfallen müde. So, oder so ähnlich begann das ganze auch vor einigen Monaten und ich glaubte seither einige Fortschritte gemacht zu haben. Im Augenblick fühlt es sich an, als wäre ich im Kreis gelaufen.
Doch die Hoffnung, diesen Kreis irgendwann endlich zu durchbrechen bleibt. Irgendwann scheint die Sonne auch wieder für mich, nicht nur draußen, sondern auch tief drin in meinem Herzen...irgendwann...

Dienstag, 14. Oktober 2014

Neues zur REHA...

Viele Tage mit Höhen und Tiefen sind seit dem letzten Post vergangen. Immer wieder hatte ich mir vorgenommen zu schreiben und fand dann einfach keinen Anfang. Heute hab ich eine Nachricht erhalten die ich einfach mit der Welt teilen will...

Meine REHA ist genehmigt! 

Ich hab die Zusage noch nicht per Post erhalten, aber mein Kontakt bei der Krankenkasse, eine wundervolle junge Frau die mir sehr geholfen hat, hat mich per Mail darüber informiert. 5 Wochen!! Ich heule und hab ein Lächeln auf den Lippen. Ich bin total durch den Wind und tausend Gedanken schießen mir wieder durch den Kopf.

Der große Schritt ins neue Leben auf den ich so sehr gehofft habe! Er wird nun Wirklichkeit.

Ich bin gespannt wo die Reise hingehen wird und wann. Ich hab sowas ja noch nie gemacht und es gibt bestimmt noch Millionen Fragen... Was muss ich alles mitnehmen? Hab ich dort Internet? Darf ich überhaupt mit der Außenwelt kommunizieren? Wie weit weg bin ich dann? Kann ich dort mit dem Auto hin, oder macht es Sinn die Bahn zu nehmen? Sind dort Menschen in meinem Alter? Oder werden es nur ältere Menschen sein? Verstehe ich mich mit den Leuten? Werde ich Freundschaften knüpfen? Halte ich es aus, so lange aus der gewohnten Umgebung weg zu sein, allein? Was muss vorher noch alles erledigt werden?

Und vor allen Dingen... Nun ist auch der Zeitpunkt gekommen, an dem ich wohl meine Familie informieren muss, was mit mir los ist, wie lange es schon so ist, warum ich nicht vorher was gesagt habe und wie es nun weitergeht. Einer der Punkte der mir wirklich richtig Angst macht!
Ich weiß nicht wie ich es Ihnen so erklären kann, dass sie es auch wirklich verstehen. Ich möchte keine endlosen Fragen beantworten oder mir "Stell Dich doch nicht so an" Kommentare anhören müssen.

Auch da muss ich durch und die Frage ist wann und wie mache ich es am geschicktesten? So, dass es keine weiteren Möglichkeiten zum reden gibt, also am Tag vor der Kur. Oder doch lieber jetzt schon um Gelegenheit für weitere Fragen zu geben?



Freitag, 26. September 2014

Neue Medikamente...

Dienstag durfte ich meinen heiß geliebten (IRONIE) Neurologen aufsuchen. Beim letzen mal mit Termin war ich ja fast 5 Stunden im Wartezimmer und somit hab ich mich diesmal ohne Termin auf einen tollen Tag eingestellt. Ich musste hin um Papiere für die REHA ausfüllen zu lassen und da meine Therapeutin ja gemeint hat ich sollte die Medikamente umstellen lassen um stabiler für die Sitzungen zu sein. War also diesmal mit Lesestoff und was zu trinken ausgerüstet und hatte mich auf einige Stunden eingestellt. Diesmal waren es aber nur 1,5 Stunden ich war ja richtig verwirrt als ich aufgerufen wurde. Dieser Mann stellt so geschickt seine Fragen, dass ich immer in Tränen ausbreche und für einige Zeit Grübelstoff aus seiner Praxis mitnehme. Ob das nun gut oder schlecht ist sei mal dahingestellt. Jedenfalls hab ich nun neue Tabletten die ich morgens einnehmen soll, also nicht wie vorher die "besser Schlafen" Pillen. Die soll ich einfach weiter nehmen bis sie aufgebraucht sind. Könnte nicht schaden meint er. Nun dauert es ja bei solchen Sachen immer bis sie ihre Wirkung zeigen. Also warten wir mal ab was passiert. Aktuell bin ich nur unheimlich müde den ganzen Tag über und wenn ich dann im Bett liege brauche ich trotzdem ewig zum einschlafen.

Dienstag und Mittwoch war ich im Studio und Dienstag Abend sogar noch mit einem Bekannten ne Runde spazieren, der sich einfach mal meinen Kram angehört hat und dann meinte, er kann es zwar nicht verstehen... aber er is da und hört zu, wenn es mir hilft. Schön, dass es solche Menschen noch gibt da draußen. Auch wenn es am Ende dann noch ein "dann hab halt keine Erwartungen" Gespräch war. Wie stellt man Erwartungen ab? Ich mein...klar sie sollten nicht zu hoch sein und nicht unerreichbar... aber ganz abstellen kann man die doch nicht?? Oder etwa doch?

Der Donnerstag machte mir klar, dass mein Körper zwei Tage am Stück Sport noch nicht so richtig spannend findet und ich lag eigentlich den ganzen Tag relativ Motivationslos aus der Couch rum. Heute ist es mir unheimlich schwer gefallen...Alles irgendwie..also schon beim aufstehen musste ich mich richtig quälen um nicht einfach dem Drang nachzugeben einfach liegen zu bleiben. Auch die Tasse Kaffee und die Scheibe Brot zum Frühstück dauerten ewig. Und dann hockte ich mal wieder am Tisch und kam einfach nicht voran. Ich hab fast drei Stunden gebraucht um mich fertig zu machen und meine Tasche zu packen. Auf der Autofahrt ist mir aufgefallen wie extrem ich wieder in Gedanken versunken war. Ich hab ein Auto übersehen und erst den dahinter fahrenden Transporter wahrgenommen, also wegen dem hab ich gebremst, weil mir das zu kanpp war, den Combi vornedran sah ich erst als er dann schon direkt neben mir war. Das sind so Situationen die erschrecken mich dann richtig. Den Rest der Fahrt versuchte ich dann mich bewusst auf die Straße zu konzentrieren.

Im Studio dann mein Programm hinter mich gebracht, man merkt jetzt schon, dass viele Dinge leichter von der Hand gehen. Und für mich ist ja nicht nur der Sport wichtig, sondern eben auch die sozialen Kontakte die man zwangsläufig dadurch hat. Wenn es nur ein Lächeln ist oder ein Hallo... Ich hoffe es ist wie mit dem Sport und wird mit der Zeit einfacher.

Die Lethargie die mich schon heute morgen beim aufstehen erfasst hatte ist durch das Training allerdings nicht weg. Ich bin immer noch platt und würde mich am liebsten ins Bett legen und die Augen zu machen... Ob es vielleicht auch einfach die Medikamente sind?

Montag, 22. September 2014

Schlaf...Bewegung und Atmung und Ihre Wirkung...

Hallo ihr Lieben, die Ihr mitlest... war ein paar Tage still... aber keine Angst. Soweit alles gut.

Letzte Woche habe ich es nach nun gut einem 3/4 Jahr in meiner Wohnung endlich mal geschafft Vorhänge aufzuhängen. Und auch wenn ich kein Mensch bin der auf solche Dinge wert legt... Es ist gleich viel kuschliger und heimeliger geworden und ich bin wirklich froh, dass ich mich dafür entschieden habe.
Das war dann auch gleich soooo heimelig, dass ich oh Wunder... die erste Nacht, seit ER nicht mehr hier ist im Bett geschlafen habe. Und das auch bisher jede Nacht. Leider aber sehr, sehr schlecht und wieder nur mit vielen Stunden wach liegen und grübeln.

Freitag war ich dann wieder im Studio, Proberunde Nummer zwei absolvieren. Eine Übung hab ich ausgelassen, dafür bei anderen Sachen dann eben mehr gemacht... Und taaadaaaa keine Kopfschmerzen. Samstag natürlich wieder Hundie unter die Leute gebracht. Er hat diesmal Bekanntschaft mit nem ganzen Rudel machen dürfen... Nach anfänglichem Gemecker eines anderen Rüden ging dann aber auch das. Also ein Teil des Spaziergangs mit fünf quietschfidelen Fellnasen erlebt.

Heute wieder Therapie gehabt. Meine Hausaufgabe von letzter Woche die ich nicht geschafft hab mit der Therapeutin zusammen gemacht. Da ging es dann eigentlich ganz gut. 5 Eigenschaften der Mutter, des Vaters, mir als Kind, mit heute und des Partners bzw in meinem Fall des Partners mit dem ich die längste Zeit zusammen war.
Atemübungen gehören auch dazu... ich find es erstaunlich wie unglaublich schwer mir ausatmen durch den Mund fällt. Auch beim Training hab ich das beobachtet. Ich kann es einfach nicht, außer ich lege all meine Konzentration darauf und selbst dann fühlt es sich immer noch an, als würde jemand auf meinem Brustkorb sitzen. Ich kann nicht die ganze eingeatmete Luft durch den Mund ausatmen. Selbst jetzt hier wo mich kein Mensch sehen kann, falls jemand glaubt es hat was mit beobachtet fühlen zu tun.. Hat mich aber witziger weise auch wieder an meine Zeit im Paradies erinnert... denn dort konnte ich auch das kostenfrei Schnuppertauchen nicht erleben, weil ich einfach nicht durch den Mund atmen konnte. Mache ich das ganze allerdings nur beim schnorcheln funktioniert es stundenlang ohne Probleme. Total irre... Mal sehen wie viele kleine Schritte dafür nun wieder notwendig sind. Ohhh, lehre mich bitte jemand Geduld!!!

Mittwoch, 17. September 2014

Darf ich vorstellen....?

...vorstellen kann ich Euch heute ein paar Muskeln die ich gefunden habe... Ich hab gestern einen Teil meiner "ich geh vor die Tür" Therapie Teile erfüllt und war zu meinem Probetraining im Fitness Center... Muss sagen, es war echt gut irgendwie. Also ich hab mich nicht unwohl gefühlt zwischen den ganzen Menschen und es hat auch Spaß gemacht. Könnte also tatsächlich eine Sache werden, die ich in meinen Neuanfang mit integriere. Aber ich hab Muskelkater... an stellen von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Sowas gibt sich normal dann ja auch mit der Zeit.


Am Tag vorher hatte ich meine zweite Therapiestunde... die war nicht so wirklich gut. Ich hab mich mehr oder weniger heftig mit der Therapeutin in der Wolle gehabt. Es geht mir einfach gegen den Strich, dass sie mir permanent versucht klar zu machen, ich müsste unter Menschen. Sie wollte ja ne Liste haben wo ich meine "Bekannten" drauf schreibe und dann hat sie mir versucht alles was ich sagte im Mund umzudrehen und positive Gründe zu finden warum ich mich mit diesen Personen treffen sollte. Zum Beispiel... Ja mit jemand treffen der kleine Kinder hat is doch super, kleines Kind auf dem Schoss und jede Frau ist glücklich blablabla... Ich dann nö, weil ich mir ja damit bewusst mache, dass ich halt keine Kinder habe und auch keinen Partner mit dem ich welche haben könnte. Macht mich also nicht glücklich sondern eher traurig.
Irgendwann hat sie dann noch gemeint, sie hat es noch nie erlebt, dass ein Patient es geschafft hat sie mit in seine "negative-Kette" zu ziehen. Ich hab ihr dann wieder versucht zu erklären, dass mir durchaus bewusst ist, in der Wohnung einigeln, ist keine Option. Ich mir aber doch die Personen mit denen ich Zeit verbringe selbst aussuchen werde und nicht von ihr vorgekaut haben will warum wieso ich mit wem Zeit verbringen sollte. Und ihr nochmal klar gemacht, dass es mir halt eben wichtig ist Zeit mit jemand zu verbringen der sich auch die Mühe macht und versucht mich zu verstehen. Und ich keine Lust hab mich mit den Menschen zu treffen die mir "ist doch alles nicht so schlimm" und "stell Dich nicht so an" Kommentare an den Kopf werfen.

Ich glaub verstanden hat sie das nicht. Aber das Thema wird so schnell auch nicht mehr aufkommen. Da war ich wohl sehr deutlich. Desweiteren ist sie der Meinung das meine Medikation angepasst werden muss, weil ich trotz der Antidepressiva immer noch viel zu depressiv bin und sie Angst hat manche Dinge mit mir zu bearbeiten, weil sie glaubt das ich das nicht schaffe und zusammen breche.

Meine Hausaufgabe die sie mir diesmal mitgegeben hat, glaubt sie das ich das nicht allein machen kann, weil es mich zu sehr runterzieht... Und diesmal muss ich sagen... hat sie wohl damit auch recht. Wenn ich nur daran denke graut es mir schon. Mal sehen, hab ja noch fast eine Woche Zeit bis zur nächsten Sitzung.

Weil deutsche Mühlen langsam mahlen hab ich auch noch Neuigkeiten zu meiner REHA.... Ja von dem Neurologen bei dem ich einmal war wollen Sie noch einen Bericht haben und von der Therapeutin auch... Wäre viel einfacher die würden mich einmal mit einem Ihrer Psycho Menschen zusammen setzten für 1-2 Stunden... Aber das kommt bei meinem Glück auch noch.

Ich fühl mich heute, als hätte ich gestern übelst Party gefeiert und viel zu viel getrunken... Ob das wirklich alles vom ungewohnten Sport kommt?

Sonntag, 14. September 2014

Immer ein Schritt nach vorne und zwei zurück...

Warum fällt es dem Leben so schwer einfach mal einen Tag von vorne bis hinten gut sein zu lassen? Einen verdammten Tag an dem alles gut geht und nichts passiert? Wirklich so schwierig? Wirklich zu viel verlangt?...

Hmmm... vielleicht sollte ich mich tatsächlich damit abfinden!

Nun war ich also heute mit Hundie spazieren, da der Herr gestern was besseres zu tun hatte. Und prompt zerreißt er mir erst meinen Schal vor lauter Freude mich zu sehen und weil das noch nicht genug ist... leg ich mich dann auch mal noch schön auf alle viere. Und das an der einzigen Stelle, wo bei dem gesamten 2 stündigen Spaziergang mehr als 5 Leute auf einem Fleck waren.
AUUUUUUUUUUUUUAAAAAAAAAAAAAAAAA
Sorry, hoffe die Ohren klingeln jetzt nicht zu doll, aber es musste raus. Ich hab natürlich schön mein virtuelles Krönchen gerichtet und bin weiter. Aber ich kann Euch gerade nicht sagen, welches Körperteil nicht weh tut. Ich hab schon Schmerztabletten intus und die Hand ist schön mit Wundsalbe eingeschmiert, Die hab ich mir nämlich schön auf diesem fiesen roten mini Schotterboden aufgerissen, fürchte ein wenig davon is auch immer noch IN der Hand. Aber als Kinder haben wir sowas auch überlebt... Oh man, wo ich ja sooo gern im Mittelpunkt stehe. Alle haben geglotzt... aber glaubt ja bloß nicht einer hätte irgendwie auch nur Ansatzweise versucht zu helfen oder das wenigstens angeboten. Schön alle dumm geguckt und auf Ihren fetten Ärschen sitzen geblieben. Entschuldigung... aber manchmal machen mich solche Sachen echt wütend!

*grummel* ich glaub ich geh besser auf die Couch jetzt und versuche noch ein wenig runter zu kommen und nicht mehr dran zu denken.

Samstag, 13. September 2014

Ich bleib am Leben Vertrag...

Der erste Termin "auf der Couch" ist erledigt. Ich hab viel geheult, aber das mach ich ja eh die ganze Zeit. Bei einigen Dingen merkte ich ganz deutlich wie mein innerstes blockierte und bestimmte Wege einfach nicht gehen wollte. Ich bin noch nicht so weit. An machen Stellen geht es einfach noch nicht weiter und man muss Umwege gehen. Die Therapeutin glaubt, dass mich die Depression schon viel länger begleitet, als ich sie wahrgenommen habe und meint man hätte viel früher reagieren sollen. Joa.. kann ich nun mal nicht mehr ändern. Vorher...hmmm... klar gab es Momente wo ich geheult hab ohne wirklich nen Grund nennen zu können. Klar gab es Tage, wo mir aufstehen schwer gefallen ist, klar gab es auch Tage an denen ich einfach nicht aufgestanden bin. Aber hat das nicht jeder Mensch? Ich würde immer noch nicht bei einem Arzt sitzen, wenn ich in irgendeiner Art und Weise Kontrolle über meine Heulattacken hätte...

Nach einigen Fragen die sie mir gestellt hat und nach dem ich die Frage "Wie häufig denken Sie an Suizid?" mit mindestens 5-6 mal die Woche eher häufiger beantwortet habe, meinte Sie dann Sie möchte mit mir einen Vertrag machen, dass ich mir selbst nichts antue bis zur nächsten Sitzung. Und wenn ich extreme Gedanken daran hätte, mich in eine Klinik zu begeben. Urrgghhh... fühle ich mich extrem komisch dabei. Löste irgendwie ein.. noch mehr daran denken als vorher in mir aus. Glaub nicht, dass sowas der Sinn solcher Verträge ist?

Sie machte mir mal wieder bewusst,dass es wichtig wäre Menschen zu finden mit denen man was unternehmen kann, Sie meint man müsste ja nicht mit denen reden können, einfach mal raus aus der Wohnung würde ja reichen. Aber mal ehrlich was bringt es mir mit einer X-beliebigen Person was zu unternehmen, wenn ich der Person einfach nix zu sagen habe? Weil es keinen krümel Vertrauen oder so gibt? Sorry... das ist nicht mein Ding, kann sie sich auf den Kopf stellen. Ich werde nicht mit Menschen meine Zeit verbringen mit denen ich nix anfangen kann.

Nach dem Termin war ich dann einfach noch ein wenig unterwegs um nicht gleich wieder in meinen vier Wänden zu versauern. Und hab mich im "einfach lächeln" geübt. Und mal wieder mit Erstaunen festgestellt, wie einfach es ist andere Menschen zum lächeln zu bringen. Tat gut ein paar, wenn auch wildfremde Menschen lächeln zu sehen.
Gestern der Tag war dann wieder einer der "ich komm einfach nicht in die Gänge" Tage. Kaum etwas produktives gemacht. Aber immerhin... einen probe Termin im Fitnessstudio ausgemacht. Ja, hab ich wirklich. Kann das selbst kaum glauben, aber ich hab es tatsächlich gemacht und irgendwie freu ich mich sogar ein wenig drauf. Hoffe es geht gut und ich finde wirklich Gefallen dran. Und dann muss natürlich der Schweinehund besiegt werden. Ich hab seit vielen Jahren keinen Sport mehr gemacht und in den letzen Monaten ja null Bewegung gehabt. So sehe ich auch aus und die Antidepressiva haben ihren Teil dazu beigetragen. Es muss einfach was passieren, bevor ich mich gar nicht mehr drehen und wenden kann. Ich will also was für Körper und Gesundheit tun. Zum anderen zwinge ich mich damit aber auch aus dem Haus, und vielleicht knüpft man ja doch die ein oder andere Bekanntschaft und wenn es nur für die Zeit des Trainings ist.

Es wird verdammt schwer werden... aber wie war das... kleine Schritte und immer ein Fuß vor den anderen.

In diesem Sinne, werde ich auch jetzt Hundie abholen gehen und ein Fuß vor den anderen mit ihm spazieren gehen.

Mittwoch, 10. September 2014

Therapie-Start

Ooooohhhhh! Ich bin grad ein bisschen aus dem Häuschen irgendwie....

Morgen beginnt die Therapie! Ich werd verrückt! Glaub ich noch gar nicht richtig!

Habe ja Therapie bei einer nicht Kassen zugelassenen Ärztin beantragt. Und Sie rief mich an, ob ich denn schon was neues gehört hätte, da der Antrag nun ja schon ne Weile bei der Kasse liegt. Ich soll doch einfach mal dort anrufen, Sie hätte noch zwei kurzfristige Termine...

Hab gleich angerufen und "Ja, Genehmigung ist gestern per Post an sie raus!"

Zwar liebe deutsche Bürokratie, vielen Dank dafür "nur für 5 Sitzungen" erstmal. Aber besser als gar nichts.
Kleine Schritte...eins der wenigen Dinge, die mir in den letzen Monaten wirklich in Fleisch und Blut übergegangen sind. Immer nur kleine Schritte machen, dann tut es beim fallen auch nicht ganz so weh. So geh ich nun also morgen früh endlich mal einen Schritt in mein neues Leben. Es wird auch Zeit. Bereits über 3 Monate hänge ich nun rum, kann nicht arbeiten heule permanent. Schlafe kaum und geh mir inzwischen ziemlich selbst auf die Nerven. Ja es nervt mich, das ich zu nichts motivierbar bin. Komisch, oder? Sollte mir das nicht auch egal sein? Nein ist es nicht!
Ich will wieder arbeiten, ich will wieder leben, lieben und glücklich sein können. Ich will ein neues Leben haben, eins das ohne Altlasten [ohne die schwarze Tüte am Arm ;-) ] beginnt.

Mir ist natürlich bewusst, dass der Weg dahin verdammt lang und steinig sein wird. Aber Steine braucht man ja bekanntlich auch um Brücken zu bauen.

Irre, ja aber ich freu mich so sehr dass ich schon wieder heulen muss. Morgen! Endlich! Ihr da draußen, die ihr 6 Monate und länger warten müsst auf Eure erste Sitzung, haltet durch! Und wenn es irgendwie hilft, schreibt mir gern. ICH ANTWORTE! 

Was erwarte ich von dem Termin morgen? Erwartungen... meine Feinde wie ihr wisst.
Das mir jemand zuhört und wenigstens mal versucht, die Welt durch meine Augen zu sehen. Ja, ich denke für den Anfang würde mir das erst mal reichen.


Montag, 8. September 2014

Und die Moral von der Geschicht...

Die letzten Tage bin ich voller Tatendrang und doch kann ich nichts tun. Sitze hier und komm nicht hoch. In mir die Unruhe und so viele Dinge die mir einfallen die ich tun könnte. Doch keine Entscheidung möglich. Die Phase des ich kann mich für nichts entscheiden ist wieder da.

Was sie mit mir macht? Sie macht mich wütend auf mich selbst. Sie macht mich unendlich traurig.

Es ist ein scheiß Gefühl, wenn Dir keiner die Hand reicht um Dich aus diesem Sog zu befreien. Ich komm nicht raus, so sehr ich auch will ich schaff es einfach nicht. 




Ich glaubte ein paar Tage wirklich ich hätte einen großen Schritt getan. Würde nicht mehr alles so ernst und persönlich nehmen…

Dann wurde ich wieder eines besseren belehrt. Jemand hat mich wohl aus seiner Freundesliste gelöscht online… Eigentlich sollte es mir egal sein. Dennoch aber ein Gedanke der mich nun schon  3 Tage lang verfolgt. Ich werd den Gedanken einfach nicht los. Keine Ahnung warum, aber im Laufe des Tages wirft er mich immer wieder um, schmeißt mich zu Boden und tritt nach mir bis ich wieder nur ein heulendes Häufchen Elend bin. 
In solchen Momenten frag ich mich oft, warum lösche ich den ganzen Mist nicht einfach. Und zieh mich komplett zurück… aber dann… hab ich gar nichts mehr. Niemanden… Und wieder greift sie mit Ihren eisig kalten Fingern nach meinem Herz und drückt zu… Einsamkeit…

Und während ich diesen Text so schreibe und wieder nur am heulen bin und alles und jeder auf der Welt schlecht ist…

War ich einmal in meinem Leben mutig… hab die Person angeschrieben und einfach gefragt. Dann kommt raus „Nö hab Dich nicht gelöscht“. Der komplette Account wurde aus diversen Gründen stillgelegt.  

Und die Moral von der Geschicht… HEUL nicht, sondern mach den Mund auf und frag, wenn Dich was stört!

Ja wenn das nur so einfach für mich wäre. Es gibt so viele Dinge die ich an mir ändern will, und ändern muss. Aber wo verdammt und wie fängt man damit an, wenn man sich für nichts entscheiden und sich kaum was merken kann?

Warum kann ich meine kleinen Erfolge nicht positiv sehen und mich daran erfreuen? 
Ich hab am Samstag einen Kuchen gebacken. Der erste Kuchen, seit ich Kochen nicht mehr als Unterrichtsfach habe und das ist lange her… Fast die Hälfte der Zeit die ich nun lebe. In der Auflaufform gebacken, weil ich nicht mal ne Kuchenform besitze. Und ich fand ihn richtig gut.  Dann kam wieder Kritik von meinen Eltern und schon war es wieder da… ich kann nichts, ich bin nichts, nichts ist gut genug.

Das ist so irre, keine Kritik dieser Welt kann mich so sehr umwerfen. Dabei meinen sie es nicht mal böse. Aber aus irgendeinem Grund, welcher sich mir bisher noch nicht erschlossen hat werfen mich negative Aussagen von den beiden so übelst zu Boden, dass mir manchmal die Luft wegbleibt. Ich kann nicht mal meine Meinung dazu sagen. Ich schlucke, und nehme es dann mit in mein stilles Kämmerlein. Und immer, wenn Kritik aus der Richtung kommt, fallen mir alle Sachen ein, die sie zu mir gesagt haben. Meine Mum hat vor vielen Jahren mal zu mir gesagt „Das kannst Du nicht anziehen, dafür bist zu dick…“. Ich erinnere mich daran, als sei es gestern gewesen, damals hatte ich unter 50kg bei fast eins siebzig Körpergröße. Das war sicherlich nicht dick! Aber ich trug dieses Teil niemals mehr, obwohl ich es sehr liebte. Und noch heute kann ich den Schmerz dieses Augenblicks fühlen. Egal wie oft ich diesen Moment inzwischen hervorgekramt habe auch anderen davon erzählte, er tut mir immer noch weh. Er lässt mich einfach nicht los. Und solche Situationen gibt es einige in meinem Leben. Nicht nur meine Eltern betreffend. 
Momente, die mich so sehr verletzt haben, dass ich Sie einfach nicht mehr los werden kann. Wie Narben scheinen sie zu sein, egal wie viel älter Du wirst, die Narbe bleibt und wird dich immer wieder erinnern an den Moment des Schmerzes.
Dieses "negative Dinge behalten und positive gar nicht richtig wahrnehmen" Ding, hab ich glaub schon mein ganzes Leben, wenn ich so drüber nachdenke. Die negativen Dinge scheine ich immer dabei zu haben und die positiven sind irgendwo vergraben im Garten der Erinnerung und werden nur zu besonderen Anlässen ausgepackt.
Erinnert mich an eine süße kleine Geschichte, welche ich die Tage irgendwo gelesen habe.
So oder so ähnlich….


Positive Erinnerungen

Ein kleines Mädchen setzte sich neben einen Mann, der sehr traurig und in Gedanken versunken aussah, auf eine Parkbank.
Nach einer Weile fragte sie ihn: „Warum bist Du so traurig“, der Mann schaute das kleine Mädchen an und antwortete „Ach, das Leben ist so ungerecht und schwer“ – das kleine Mädchen sah ihn an und dann auf die  schwarze Tüte, die der Mann bei sich trug und fragte: „Was hast Du in der schwarzen Tüte?“ – 
„Sieh ruhig hinein“ antwortete der Mann – das kleine Mädchen erschrak als es die Tüte öffnete, sie sah nur negative Ereignisse, persönliche Katastrophen, schlechte Erlebnisse und vieles mehr in diese Richtung. 
„Wo hast Du denn deine rosa Tüte?“ fragte sie  – der Mann staunte „Rosa Tüte? Habe ich nicht!“ – das kleine Mädchen zeigte dem Mann seine rosa Tüte mit den Worten „Ich hab nur eine rosa Tüte, schau mal“ – der Mann staunte, denn er sah nur schöne Erlebnisse, Freude, Glück und positive Gefühle. 
„Wo ist denn Deine schwarze Tüte?“ fragte der Mann. „Die werfe ich jeden Abend in den Müll!“ sagte das kleine Mädchen, reichte dem Mann eine rosa Tüte und gab ihm ein kleines Küsschen auf die Wange und hüpfte fröhlich davon.
Der Mann warf seine schwarze Tüte in die nächste Mülltonne und schaute in seine neue, rosa Tüte… und er sah ein schönes Gespräch und das kleine Küsschen, welches er immer noch auf seiner Wange spüren konnte…
Ganz fest nahm er sich vor, die rosa Tüte nun immer bei sich zu tragen und jeden Abend seine schwarze Tüte zu entsorgen.


Donnerstag, 4. September 2014

♥ Mein Paradies ♥

Makunudu Island, Maldives (6°24'0" N und 72°40'60" E)
Heute hat mich eine Person, welche ich noch nie Live gesehen habe und nur aus dem Netz "kenne" (nicht mal das) daran erinnert, dass es noch Träume gibt.

DANKE dafür!!

Trotz allem und auch, wenn die letzen Tage wieder extrem waren, (Eigentlich wollte ich noch Besorgungen machen heute...) gibt es Träume die noch immer da sind. Manche vielleicht verschüttet, andere nur ein wenig verstaubt. Einer davon wurde heute mal wieder abgestaubt und nach ganz vorne in mein Bild gerückt. Mein Paradies... Ihr seht es auf dem Bild. Ich will dort noch mal hin, egal wie und egal wann. Ich muss diesen Flecken Erde, dieses Stückchen Glück einfach noch mal wiedersehen!

Vor gut einem Jahr, wenn ich so zurück denke, begann wohl meine Depression sich Ihren Weg zu bahnen und kroch Stück für Stück aus Ihrem dunklen Kellerverlies um mich einzufangen.
Etwa zu der Zeit begann es, dass ich alles negativ betrachtet habe. Alles wurde in meinem Kopf zu unschönen Momenten. Oder soll ich sagen, diese wurden einfach behalten und bewertet und alles gute fiel einfach hinten über und wurde vergessen.

So auch der Aufenthalt im Paradies. Ganz langsam und unter vielen Tränen kommen manche Erinnerungen nun zurück. Stück für Stück wie bei einer Disco Kugel reihen sich die Scherben wieder aneinander.

Zweimal innerhalb eines Jahres durfte ich das Paradies sehen. Auch wenn der Grund, warum uns das ermöglicht wurde ein trauriger war, so haben wir mit diesen Besuchen doch den Wunsch einer sehr lieben Person erfüllt und in unseren Herzen war Sie dabei. Ich denke, auch das ist ein Grund, warum ich die Erinnerungen an mein kleines Paradies verdrängt habe, Weil damit auch der Tod eines wundervollen Menschen verbunden ist. Den ich, wie ich leider erkennen muss, immer noch nicht verarbeitet habe. Gerne hätten wir Dich dabei gehabt und wie geplant Deinen Geburtstag im Paradies gefeiert...
Trotz aller Freude und schöner Momente, welche wir dann dort hatten, bei beiden Besuchen. Wir haben wundervolle Menschen kennengelernt, welche uns wie eine Familie aufgenommen haben. Der zweite Besuch war für mich mehr ein nach Hause kommen, als eine Ankunft am Urlaubsziel. Ich vermisse alles dort, die Menschen, die Natur... das Meer... oh wie vermisse ich das Meer. Es ging uns damals beiden so. Wir heulten bitterlich, als wir abreisen mussten. Gerne wären wir einfach geblieben. Manchmal denke ich, wir hätten das machen sollen. Dort bleiben... irgendwo einen Job suchen und einfach in diesem Land bleiben.
Dort war alles perfekt... auch wenn ich das zu Hause angekommen, ein paar Monate später ganz anders gesehen habe. Dir unendlich weh getan habe mit meinen Aussagen, welche ich auch nur aus Wut, Trauer und vor allem verletztem Stolz gemacht habe. Aber glaube mir ich habe nicht nur Dich verletzt mit diesen Aussagen, ich hab auch mich meiner schönen Erinnerungen beraubt.. jetzt wo längst alles vorbei ist kommen sie zurück. Stück für Stück, Momente, Augenblicke, Lachen, Umarmungen,Küsse, Meeresrauschen, Musik... so viele kleine Stücke Glück.

Glück, es ist als hätte ich es dort gelassen.



Dienstag, 2. September 2014

Alles dreht sich im Kreis…

Nach ein paar Tagen, wo es mir eigentlich gut ging. Auch hier durften die Heulphasen nicht fehlen. Aber im Großen und Ganzen war es ok. Zwischendurch überlegte ich, ob ich nicht vielleicht doch mal wieder ans Arbeiten denken kann. Und schon haut es einen wieder um. Nichts geht mehr. Maximal 3-4 Stunden Schlaf, diese nicht mal am Stück und alles, aber auch wirklich alles macht mich traurig. Und bringt mich zum weinen. Ich werde noch irre damit, immer wieder dreht sich alles im Kreis. Ich will das es aufhört, ich hab einfach keine Kraft mehr immer und immer wieder aus diesen Löchern rauszukrabbeln um nach zwei, drei Tagen noch eine Etage tiefer zu fallen. Wann hört das nur endlich auf? 
Ich kann nicht schlafen, geistere also durch die Wohnung, kann nicht sitzen, kann nicht liegen. Immer das Gefühl irgendwelche Nerven drehen grade am Rad. Zucken in den Beinen oder Füßen, dann wieder in Händen und Armen und zack geht es im Augenlid weiter. Ich bin so unendlich müde, will schlafen, will zur Ruhe kommen. Tagsüber beschäftige ich mich, irgendwie… Nichts geht lange, keine Konzentration. Alles nur nicht schlafen, damit es am Abend endlich mal klappt… doch da beginnt alles von vorne.
Nun die dritte Nacht in Folge und heute hab ich zu nichts Lust. Die Sonne scheint draußen, doch kann mich nicht locken. Hunger hab ich, aber keine Lust zu essen. Lesen, TV oder Musik keine Konzentration. Zeichnen… sieht alles blöd aus.
Ach… ich nerv mich gerade selbst. Das ist der richtige Ansatz fürchte ich… lerne Dich selbst wieder zu mögen, lerne mit Dir selbst klar zu kommen…. Aber wie macht man das? Ich kann nicht einfach vorm Spiegel stehen und mir sagen „Hey, Dich mag ich…“ Nein tu ich nicht. Ich sehe furchtbar aus. Habe einiges zugenommen, seit dem Medikamentenstart und natürlich auch dem nichts mehr machen und nur noch zu Hause rumhängen. Einer allein ist nie verantwortlich, so auch in diesem Fall nicht. Ich weiß die Kilos gehen nur runter, wenn ich was dafür tue. Meine Ernährung umstellen? Ja theoretisch möglich, aber zu wenig Kampfgeist. Mir fällt es so schon schwer genug mich abwechslungsreich zu ernähren, wie wäre das erst, wenn ich auf irgendwas verzichten müsste? Ich habe über einen Zeitraum von fast zwei Wochen jeden Tag Reis und Thunfisch gegessen.
Genauso sieht es mit Sport aus… Ich wurde mit den Jahren zu einem richtigen Sportmuffel. Ich hab mal aktiv Volleyball gespielt, war im Leichtathletik Training und hab getanzt. Übrig geblieben ist ein lustloser Couchpotato. Das einzige was mich nach draußen bringt ist die Zeit die ich mit dem Hund meiner Eltern spazieren gehe. Früher bin ich auch allein einfach mal spazieren. Nahm ein Buch mit und hab es mir irgendwo gemütlich gemacht. Nichts davon ist übrig und auch hier gewinnt bisher einfach immer der Schweinehund. An den Tagen wo es mir echt mies geht sowieso.
Fitnessstudio stand auf dem Plan mit dem nicht mehr vorhandenen Partner zusammen. Hätte ich diesmal auch wirklich gern gemacht und wäre auch sicher mal alleine los. Doch nun sind dafür keine finanziellen Mittel mehr da. Solange ich nicht arbeiten gehen kann muss das leider ausfallen, vom Krankengeld kann ich das nicht finanzieren.  

Und so dreht sich die Spirale weiter, nur Ausreden? Ja, vielleicht… Was fehlt ist einfach jemand der konsequent darauf achtet. Und wieder sind meine Gedanken bei der angestrebten REHA. Alles endet an dieser Stelle. Klar kann dort niemand hexen oder Zaubern und plötzlich ist alles gut. Dessen bin ich mit bewusst. Aber es gibt Ansätze, es gibt Menschen die Dir Regeln und Wege Zeigen mit denen Du dann wieder klar kommst. Natürlich muss man das wollen. Dass, ich wirklich will sollte jeder, der bisher mitgelesen hat wissen. 

Samstag, 30. August 2014

Schlaf...

Der Mangel an Schlaf ist wohl auch einer der seltsamen Bestandteile einer Depression. Trotz meiner Pillen kann ich kaum einschlafen und wenn ich es endlich mal geschafft habe werde ich alle zwei Stunden wach und der Kampf ums einschlafen beginnt von vorne. Auch wenn ich wirklich richtig müde bin und mir bei anderen Sachen die Augen bereits zufallen, sobald ich in Schlafposition bin ist es vorbei. An schlimmen Tagen kommt dann noch eine Art des "restless Leg Syndroms" hinzu, dann kann es durchaus auch sein, dass ich einfach wieder aufstehe und eine zeit lang in meiner Wohnung auf und ab laufe.
Das erschreckende daran ist, es scheint bei mir was mit allein sein zu tun zu haben, denn als mein "Rettungsanker" noch bei mir war schlief ich sehr oft schon um acht oder noch früher auf der Couch ein. Mein Kopf in seinem Schoß und weg war ich. Diese Geborgenheit und Nähe scheint gegen alles andere angekommen zu sein. Seit er weg ist habe ich keine einzige Nacht im Bett geschlafen. Ich weiß nicht warum aber dieses große Bett ist so leer, wenn nur einer darin liegt. Mir ist durchaus bewusst, dass es nicht gut ist was ich da mache und mein Körper mir recht dankbar wäre, wenn ich meine Nächte im Bett verbringe statt auf der Couch. Das soll nun also das nächste Ziel werden, Nächte wieder im Bett verbringen. 
(Für diejenigen unter Euch die jetzt sagen, "Ist ja dann kein Wunder, auf der Couch kann man ja nicht richtig schlafen!", es geht mir schon sehr lange so und dieses nicht einschlafen und alle 2 Stunden wach werden hatte ich auch in Zeiten, als ich im Bett geschlafen habe.) 

Nachts wieder im Bett zu schlafen, hat irgendwie auch eine symbolische Bedeutung für mich. An dem Abend als er gegangen ist um eigentlich zurück zu kommen schlief ich auch schon auf der Couch. Auch wenn er vorher mal über Nacht weg gewesen ist... 
Ich habe keine Nacht ohne ihn in diesem Bett verbracht. So ist es auch ein Abschluss in mir drin. Ein sich endgültig trennen und loslassen. 
Ich bin gespannt auf die erste Nacht allein in diesem Bett... Und irgendwie macht sie mir Angst. Wieder eine dieser seltsamen Ängste. Ich wüsste zu gerne wo die herkommen? Ich war früher nie so ängstlich, mit den Jahren wird es immer schlimmer.

Freitag, 29. August 2014

"Rettungsanker"

Hey Du da draußen, falls Du den Post gestern gelesen hast oder ihn irgendwann lesen wirst, so hoffe ich, dass Du Dir den hier auch anschaust.

Du sollst wissen, Du warst keine Notlösung! Du sollst wissen, meine Gefühle waren echt, auch wenn ich Dir das wohl nicht so zeigen konnte wie Du es gebraucht hättest.
Klar gab es gute und schlechte Sachen, Dinge die ich mochte und Dinge die mich störten. Ich denke so ist das Leben. Perfekt ist niemand, niemals.

Ich war glücklich, Du brachtest mich zum lachen, gabst mir sowas wie einen inneren Frieden, Sicherheit und Geborgenheit.

Nun ja im Buch des Lebens steht nun mal drin, dass wir nicht zusammen gehören, so ist das nun mal. Die Seiten sind längst beschrieben und der Weg schon vorgezeichnet. Nur leider erlaubt man uns nicht einen Blick darauf zu werfen um vorab zu wissen wo es lang geht. Weitergehen ist die einzige Möglichkeit es raus zu finden. Ich hab keine Ahnung wie lange mein Weg noch sein wird. Ob auf diesem Weg irgendwann vielleicht doch noch der Frosch zum Prinzen wird. Ich weiß es nicht und trotz allem Schmerz, aller Narben und Tränen die meinen Weg säumen, ganz am Ende da scheint das Licht der Hoffnung. Manchmal kann ich es nicht sehen, weil der Weg eine Kurve hat. Aber dann, wenn ich ganz unten bin und kurz vorm aufgeben, leuchtet es wieder auf. So lange dieses Licht da ist gehe ich weiter, so weit wie meine Füße mich tragen...

Und trotz allem, hoffe ich, dass unsere Wege sich ab und an mal kreuzen und wir eine gemeinsame Rast einlegen und über unsere Wege berichten können, irgendwann ohne Schmerz und die Wut der Enttäuschung.